Die 86-Fuß-Welle
Am 29. Oktober 2020 wurde Sebastian Steudtner in ein Monster an der Praia do Norte gezogen. Nach einer aufwendigen wissenschaftlichen Vermessung — mit dem Körper des Surfers als Maßstab über synchronisierte Videos und Fotos — wurde der Ritt 2024 von Guinness World Records mit 26,21 Metern (86 ft) ratifiziert: die größte je gesurfte Welle. Sie steht auf Platz eins unserer Hall of Fame.
Ein unwahrscheinlicher Rekordhalter
Steudtner wurde in Nürnberg geboren — weiter weg vom großen Surf geht es in Deutschland kaum. Früh zog es ihn ans Meer, er jagte Swells bis nach Hawaii und machte schließlich Nazaré zur Basis. Er ist kein Produkt eines Surfer-Ortes, sondern der Besessenheit — und der Haltung, Big-Wave-Surfen als Disziplin zu begreifen, die man konstruiert, statt sie nur zu überleben.
Surfen als Ingenieurskunst
Diese Denkweise zeigt sich an seiner Ausrüstung. Steudtner hat mit Ingenieuren gearbeitet — darunter eine viel beachtete Zusammenarbeit mit Porsche — an der Aerodynamik seiner Boards und seiner Haltung, am Neoprenanzug und an der Fitness, die nötig ist, um eine Welle so groß wie ein Wohnblock mit Autobahntempo zu reiten. Wenn ein Fehler tödlich sein kann, sind kleinste Verbesserungen kein Marketing — sie sind Sicherheit.
Warum Nazaré
Ein solcher Rekord entsteht nicht zufällig an irgendeinem Ort. Der Nazaré-Canyon bündelt den Atlantik-Swell zu einem Peak, der zwei- bis dreimal so hoch wird wie auf offener See — deshalb wird das Rekordbuch hier immer wieder neu geschrieben. Wie ein Gigant-Tag aussieht, siehst du in der Live-Webcam oder verfolgst du über die Vorhersage durch die Wintersaison.